Selektives Factoring

Beim Ausschnittsfactoring verkaufen Sie nur Forderungen ausgesuchter Debitoren. Sie können auch hier zwischen einem Full Service-, Inhouse- oder Stillen Verfahren wählen.

Selektives Factoring - Erklärung und Funktion:

Selektives Factoring - auch als Ausschnittsfactoring bezeichnet - bietet den Vorteil, dass Sie dem Factor nur Forderungen von den Kunden andienen, die tatsächlich Liquidität binden. Dies können Debitoren mit hohen Rechnungsbeträgen oder längeren Zahlungszielen sein. Sie bestimmen zunächst eine feste Factoring-Debitorengruppe, deren Rechnungen Sie dann aber fortlaufend in den Ankauf bringen. Die zum Vertragsstart für den Ankauf festgelegte Kundenauswahl kann selbstverständlich jederzeit verändert werden. 

Selektives Factoring im Inhouse oder Stillen Verfahren:

Eine sehr preiswerte Variante für Unternehmen bis 10 Mio. € Factoring-Umsatz bietet hier Smart-Factoring. Hierüber können bei Abtretungsverboten bis zu 50 % des Umsatzes auch im stillen Ankauf (ohne Offenlegung an den Debitor) erfolgen. Das Debitorenmanagement verbleibt in Ihren Händen (Inhouse), das spart zusätzlich Kosten.

Liegen keine Abtretungsverbote vor, Sie wünschen aber bei Ihren 2-5 größten Debitoren dennoch keine Offenlegung, können auch hier Einzelkunden (bis zu 50 % Umsatzanteil) "verdeckt" angekauft werden. Beim Stillen Factoring (ohne Abtretungsverbote) erwartet der Factor jedoch eine entsprechend gute Ertragslage und Bonität.

Sie haben über die Variante Einzelfactoring auch die Möglichkeit ausgesuchte Einzelforderungen zu verkaufen. Hier besteht keinerlei Andienungspflicht, das bedeutet Sie können ganz nach Bedarf ausgesuchte Rechnungen ins Factoring bringen. Diese Factoring-Variante ist zwar etwas teurer, dafür gibt es sofort 100% des Rechnungsbetrages im stillen Ankauf, ohne Offenlegung an den Debitor.

Vorteile und Auswahlkriterien:

  • Sie "kaufen" nur die Liquidität ein, die Sie tatsächlich benötigen.
  • Sie reduzieren mit dieser Variante Ihre Gesamtkosten nachhaltig.
  • Sie factorn nur "Langzahler" und Großkunden.
  • Sie factorn nur inländische oder nur Debitoren im Ausland (Export Factoring).
  • Schnell- und Skontozahler und Kunden mit Kleinstumsätzen werden vom Ankauf ausgeschlossen.
  • Manche Unternehmer testen so ein Factoring mit einigen ausgesuchten Kunden in der Praxis.

Wir empfehlen das selektive Factoring aus betriebswirtschaftlicher Sicht für inländische Debitoren ab einem Factoring Umsatz i.H.v. 250 TEUR p.a., beim Export Factoring ab einem Jahresumsatz von 500 T€ - 1.0 Mio. €, je nach Factor.  Die Factoringgebühren für geringere Jahresumsätze liegen oft unproportional höher. Hier können dann die Kosten des Ankaufs aller Forderungen preiswerter sein, als bei einem selektiven Forderungsverkauf.

Factoring schafft sofortige Liquidität aus dem Umlaufvermögen

Mit Factoring verwandeln Sie Ihre offenen Debitoren-Forderungen in Bar-Liquidität sofort nach Rechnungsstellung. Voraussetzung ist, dass die in Rechnung gestellte Leistung zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung einredefrei erbracht und verifizierbar ist. Nachfolgend erhalten Sie ein Beispiel eines Unternehmens, der mit Factoring zusätzliche Ware für 220 T€ einkaufen konnte, ohne die Kontokorrentlinie in Anspruch zu nehmen. Dies wäre aus dem eigenen Cash-Flow nicht möglich gewesen. So verkaufte er einmalig einen größeren Forderungsbestand.

Factoringgebühren - Kosten Beispiele für Inhouse & Stilles Factoring

Folgende Angebote zeigen eine Auswahl der in den letzten Monaten für unsere Mandanten verhandelte Konditionen bei guter Bonität. Die Konditionen wurden für Produktions- und Handelsunternehmen kalkuliert. Die Factoring Kosten für Branchen mit Leistungen nach VOB (z.B. Handwerker, Anlagen- und Maschinenbauer) fallen auf Grund der längeren Gewährleistungsfristen etwas höher aus.

Factoring Umsatz p.a. 800 T€ 2.8 Mio. € 6.0 Mio. € 14 Mio. € 42 Mio. €
Factoringgebühr 0,89% 0,62% 0,35% 0,16% 0,12%
Zinssatz p.a. 2,85% 2,25% 1,65% 1,45% 1,20%
Ø Liquiditätszufluss 60 T€ 240 T€ 580 T€ 1.6 Mio. € 4.0 Mio. €
Factoringgebühr p.a. 7.120 € 17.360 € 21.000 € 22.400 € 50.400 €
Zinskosten p.a. 1.710 € 5.400 € 9.570 € 23.200 € 48.000 €
Saldo aus FG & Zins p.a. * 8.830 € 22.760 € 30.570 € 45.600€ 98.400 €
rechnerische mtl. Kosten * 736 € 1.897 € 2.548 € 3.800 € 8.200 €
Kosten in % vom Umsatz ** 1,10% 0,81 % 0,51 % 0,34 % 0,23 %
Factoring Variante Inhouse Inhouse Inhouse Stilles Stilles

* Konditionen exklusiv Debitorenprüfkosten (abhängig von Debitorenstruktur) und evtl. Einrichtungsgebühr (abhängig vom jeweiligen Anbieter), Beträge kfm. gerundet // ** Erlösschmälerung in % vom Umsatz oder alternativ Ihr "Kalkulationsaufschlag" an die Debitoren zur 100% Kostendeckung //Die dargestellten Konditionen stellen kein Angebot im rechtlichen Sinn dar. Angebote werden individuell auf Basis der betrieblichen Parameter eines Unternehmens kalkuliert.

Berechnungsgrundlage der Factoringgebühr:

Die Factoringgebühr und der Zins berechnen sich primär aus Factoring Umsatz, Branche, Anzahl der Debitoren und Rechnungen, sowie den betriebswirtschaftlichen Daten Ihres Unternehmens. 

Berechnung-Factoringgebühr

Nachteile beim selektiven Factoring:

  • Sie genießen den Schutz vor Zahlungsausfällen nur für Kunden, deren Forderungen verkauft werden.
  • Sie und der Factor müssen den Kundenbestand buchhalterisch in 2 Gruppen (mit und ohne Factoring) trennen.
  • Das Gleiche gilt für die Rechnungsstellung, da Sie mind. 2 Rechnungsformulare (mit unterschiedlichen Bankdaten) parallel verwenden und verwalten müssen.

Wir unterstützen Sie gerne im Vorfeld bei der Factoring-Strukturanalyse Ihrer Debitoren, wo Factoring Sinn machen könnte und wo eher nicht.

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Hotline: 02904 – 97 66 80

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